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veröffentlicht am 25.03.2026

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 - Weniger Taten bei gleichzeitig landesweit bester Aufklärungsquote

Hameln/Holzminden (ots) - Der Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, Polizeidirektor Matthias Kinzel, gibt gemeinsam mit der Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Polizeirätin Marie Lohmann, am 25.03.2026 die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) seiner Inspektion bekannt. Die PKS zeigt die von der Polizei bearbeiteten Straftaten auf.
 
Darunter zählen jene, die seitens der Bürgerinnen und Bürger angezeigt, als auch Straftaten die seitens der Polizei festgestellt werden.

Die Zahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht zurückgegangen.

Eine der bundesweiten Kennzahlen zur objektiven Messbarkeit der Sicherheit ist hierbei die Kriminalitätshäufigkeitszahl. Dabei handelt es sich um die Anzahl der registrierten Straftaten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Die Häufigkeitszahl in dem Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden liegt mit 5.147 deutlich unter dem Landesschnitt in Niedersachsen (6.329). Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, bewegt sich daher weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Kernaussagen der PKS 2025 für die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden:

- Aufklärungsquote weiterhin auf hohem Niveau (mit 71,23%  landesweiter Spitzenwert)
- Deutlich weniger Fallzahlen im Bereich sexualisierter Gewalt  gegen Kinder und Jugendliche
- Abnahme der Fälle von Häuslicher Gewalt
- Anstieg der Fallzahlen bei dem Phänomen "Messergewalt"
- Gesunkene Fallzahlen bei Straftaten durch junge Menschen
- Hoher Vermögensschaden bei Straftaten zum Nachteil älterer  Menschen
- Häufigkeitszahl liegt mit 5.147 deutlich unter dem Landesschnitt von Niedersachsen

Die Zahl der Straftaten in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden hat sich von 11.296 im Jahr 2024 auf 11.107 (-189) im Jahr 2025 reduziert.

Die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle lässt sich in die folgenden Deliktskategorien unterteilen:

Straftaten gegen das Leben

Im Jahr 2025 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 5 Strafverfahren aufgrund von Straftaten gegen das Leben geführt. Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Reduzierung um 50,00% (-5). Die Fallzahlen im Bereich Mord/Totschlag sind im Zuständigkeitsbereich der Inspektion gesunken und mit 4 Fällen auf niedrigem Niveau (-3). Die Aufklärungsquote umfasst 100%. Insgesamt sind bei der Gewaltkriminalität (458 Fälle) in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden minimal steigende Fallzahlen zu betrachten (+3).

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Im Jahr 2025 wurden in den beiden Landkreisen insgesamt 389 Verfahren aufgrund von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eingeleitet. Im Vergleich zu 2024 liegt hier ein Rückgang von (-79) und somit von 16,88% vor.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Bei Fällen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ebenfalls ein Rücklauf feststellbar. Es wurden im Jahr 2025 155 Fälle verzeichnet (-61). Ein Großteil der Fälle bezieht sich dabei auf den Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie. Die Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Göttingen, Tanja Wulff-Bruhn, erklärt dazu: "Trotz eines erfreulichen grundsätzlichen Rückgangs der Fallzahlen zahlt sich in diesem schweren Deliktsfeld die hervorragende Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler aus. In den vergangenen Jahren haben wir viele Täter ermittelt und die Aufklärungsquote auf mehr als 99 Prozent erhöht, auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre - das ist ein toller Erfolg. Wir haben gezeigt, dass es im Netz keine Anonymität gibt und sich die Täterinnen und Täter nicht in Sicherheit wiegen sollten. Nichts desto trotz ist eine Tat schon eine zu viel - wir werden also auch in Zukunft nicht nachlassen, wenn es um die Verfolgung dieser abscheulichen Taten geht."

Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit

In 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion insgesamt 2.503 Strafverfahren aufgrund von Rohheitsdelikten (Raub und Körperverletzungsdelikte) sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit bearbeitet. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist ein Rückgang von (-98) zu verzeichnen.

Diebstahlsdelikte

Die Diebstahlsdelikte lassen sich in Diebstähle ohne und mit erschwerenden Umständen trennen. Insgesamt kam es 2025 zu 2.838 (-81) Diebstählen mit einer Aufklärungsquote von 44,43% (+3,39%) die wie folgt unterteilt werden können: Bei Diebstählen ohne erschwerende Umstände wurden 1.939 verzeichnet (-60). Bei Diebstählen unter erschwerenden Umständen wurden in der Inspektion 899 Fälle - und somit 21 weniger als in 2024 polizeilich bekannt.

Wohnungseinbruchdiebstahl

Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen sind leicht sinkende Fallzahlen zu erkennen. Hier ist ein Rückgang der Straftaten auf 172 (-6) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbruchdiebstählen in der Polizeiinspektion liegt bei 29,65% (+3,78%).

Häusliche Gewalt

Die Fälle der häuslichen Gewalt haben im vergangenen Jahr abgenommen (-78) und liegen bei 827. Trotz dieser positiven Tendenz bleibt häusliche Gewalt ein zentrales Thema, das weiterhin konsequente Aufmerksamkeit und entschlossenes Handeln erfordert. Im Jahr 2025 durchgeführte Kampagnen und Präventionsmaßnahmen zeigen, wie wichtig es ist, kontinuierlich aufzuklären und Betroffene zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Phänomen Messerangriff

Im Bereich der Polizeiinspektion ist ein Anstieg (+23) auf 86 Fälle feststellbar. Unter dem Phänomen Messergewalt fallen Angriffe, die mit einem Messer ausgeführt oder angedroht wurden. Die gestiegenen Fallzahlen stellen auch den Trend im Land Niedersachsen dar. Die Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn betont: "608 Menschen sind im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen bei 446 Taten durch einen Messerangriff teils schwer verletzt worden - das ist die höchste Zahl seit Beginn der Auswertung dieses Phänomens im Jahr 2020. Das zeigt, dass die Einrichtung von Waffenverbotszonen, wie es in unserem Zuständigkeitsbereich in Göttingen bereits der Fall ist, auch perspektivisch richtig, nötig und wichtig ist. Jede Waffe, die wir aus dem Verkehr ziehen können, macht den öffentlichen Raum sicherer."

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen

Bei den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen ist in der Polizeiinspektion eine Zunahme (+37) auf 304 Strafverfahren feststellbar. Hierbei handelt es sich um 168 vollendete Taten und 136 Versuche. Es entstand ein Gesamtschaden von 1.111.463 EUR. "Straftaten zum Nachteil älterer Menschen richten nicht nur hohen finanziellen Schaden an. Sie hinterlassen tiefe seelische Spuren. Viele Betroffene verlieren das Vertrauen in andere Menschen - manchmal sogar in sich selbst. Unsere Aufgabe ist es, diese Täter zu stoppen und denjenigen beizustehen, die durch solche perfiden Maschen nicht nur ihr Geld, sondern ein Stück Sicherheit verloren haben.", so Marie Lohmann, Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Im Jahr 2025 wurden in beiden Landkreisen insgesamt 1.762 Verfahren aufgrund von Straftaten im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (u.a. Betrug, Urkundenfälschung) bearbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr kam es hier zu einem Anstieg um (+68). Die Aufklärungsquote liegt hier bei 78,72% (+4,46%) im Jahr 2025.

Sonstige Straftatbestände (StGB)/Strafrechtliche Nebengesetze

Im Bereich der sonstigen Straftatbestände ist ein Anstieg von (+203) auf 2.981 Fälle zu verzeichnen. Hierunter fallen Straftaten wie zum Beispiel Erpressung, Widerstand, Hausfriedensbruch, Vortäuschen von Straftaten, Hehlerei, Brandstiftung, Sachbeschädigung und Ausspähen von Daten. Im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze ist eine Abnahme von (-197) auf 629 Fälle feststellbar. Strafrechtliche Nebengesetze sind u.a. Verstöße gegen das Kunsturheberrechtsgesetz, Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz und Verstöße gegen das Waffengesetz und Betäubungsmittelgesetz. Hier hat sich insbesondere die Teillegalisierung von Cannabis deutlich auf die Entwicklung der Fallzahlen ausgewirkt.

Gewalt gegen PVB

Die Anzahl von Gewaltdelikten gegen Polizeivollzugsbeamte ist weiterhin auf einem hohen Niveau. 2025 kam es in der Polizeiinspektion zu 89 Fällen von Gewalt gegen Polizeivollzugskräfte (-4) und 9 Fällen von Gewalt gegen Rettungskräfte (+1). Diese Entwicklung gibt weiterhin Anlass zur Besorgnis.

Fälle mit nichtdeutschen Tatverdächtigen

Die Fallzahlen mit nichtdeutschen Tatverdächtigen sind 2025 auf 2.299 gestiegen (+78). Die Fallzahlen deutscher Tatverdächtiger umfassen 5.585 Fälle (-245). Es handelt sich hierbei um 1.933 nichtdeutsche Tatverdächtige (+68) und 4.075 (-365) deutsche Tatverdächtige.

Straftaten durch junge Menschen (Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis unter 21 Jahren)

Die Anzahl bekannt gewordener Fälle von Straftaten durch junge Menschen umfasst 1.687 (-194). Die Anzahl teilt sich auf in Kinder von 0 bis unter 14 Jahren (317 Fälle [+12]), Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren (784 Fälle [-43]) und Heranwachsende von 18 bis unter 21 Jahren (586 Fälle [-163]).

"Unsere hohe Aufklärungsquote zeigt, wie effektiv und zuverlässig die Polizeiarbeit in unserer Region ist. Die Menschen können sich darauf verlassen, dass wir auch in einer Zeit moderner und zunehmend komplexer Kriminalitätsformen handlungsfähig bleiben. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit hoher Motivation, obwohl die Anforderungen stetig wachsen. Gerade diese Professionalität und Einsatzbereitschaft führen dazu, dass wir trotz vielseitiger und anspruchsvoller Aufgaben tagtäglich hervorragende Ergebnisse erzielen", sagt Matthias Kinzel, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden.

Rückfragen bitte an:

Justus Weigel
Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden
Telefon: +49 (0)5151/933-204
E-Mail: pressestelle@pi-hm.polizei.niedersachsen.de
https://fcld.ly/homepage-polizeiinspektion-hameln/pyrmont-holzminden


Original-Content von: Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, übermittelt durch news aktuell

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