veröffentlicht am 13.09.2026
ESS als „Schule der Vielfalt“ ausgezeichnet
Vielfalt gehört hier zum Alltag
HAMELN. Ein Zertifikat, ein paar Reden und ein offizielles Foto – so hätte die Auszeichnung der Elisabeth-Selbert-Schule zur „Schule der Vielfalt“ ablaufen können. Doch der Tag zeigte sehr viel mehr.
Die Auszeichnung fand bewusst im Rahmen des Sport- und Erlebnistages statt. Schüler:innen aus ganz unterschiedlichen Bildungsstufen kamen zusammen, machten Sport, probierten Angebote aus, diskutierten, lachten und begegneten Menschen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft.
Schulleiter Björn Ole Lenz stellte zu Beginn einen Satz in den Mittelpunkt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Eigentlich braucht es nicht mehr.“
Denn genau darum gehe es bei einer Schule der Vielfalt: Menschen müssen unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion oder persönlicher Geschichte selbstverständlich dazugehören können.
Dass Vielfalt dabei nicht bedeutet, immer einer Meinung zu sein, war an diesem Tag ebenfalls zu erleben. Die Schüler:innen der ESS fragten nach, äußerten ihre Meinung, diskutierten und mischten sich ein.
Und genau das ist gewollt.
Eine demokratische Schule braucht junge Menschen, die nicht wegschauen, sondern Position beziehen. Die zuhören, aber auch widersprechen. Die sich eine eigene Meinung bilden und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Oberbürgermeister Claudio Griese griff diesen Gedanken in seiner Ansprache auf und stellte die besondere Bedeutung von Bildung für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft heraus.
Mit dabei waren selbstverständlich Vertreter des Kultusministeriums sowie Vertreter:innen verschiedener Partner der ESS, darunter auch das Krankenhaus Lindenbrunnen und Superintendent Dr. Stephan Vasel.
Besonders sichtbar wurde der Gedanke der Vielfalt aber vielleicht erst nach dem offiziellen Teil.
Beim gemeinsamen Essen saßen Schüler:innen neben Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung, Kolleg:innen neben Gästen und Partner:innen der Schule. Es wurde miteinander gesprochen, gefragt, diskutiert und gelacht.
Keine Veranstaltung nur für geladene Gäste. Keine Distanz zwischen Bühne und Schulgemeinschaft.
Sondern Begegnung.
Genau darin sieht die ESS auch ihren Auftrag als „Schule der Vielfalt“: Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Menschen miteinander in Kontakt kommen, einander zuhören und erleben, dass Verschiedenheit nicht trennt, sondern eine Gemeinschaft bereichern kann.
Die Auszeichnung ist deshalb für die Schule kein Endpunkt. Sie ist eine Verpflichtung für den Alltag.
Denn Vielfalt zeigt sich nicht auf einer Urkunde.
Sie zeigt sich darin, wie Menschen miteinander umgehen.
Ob jemand dazugehört.
Ob jemand gehört wird.
Und ob junge Menschen erfahren:
Meine Meinung zählt. Ich darf mich einmischen.
Und ich darf hier sein, wie ich bin.
Das ist vielleicht der wichtigste Eindruck, den dieser Tag hinterlassen hat.
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