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veröffentlicht am 09.09.2026

Kein Filter, keine Ausreden: Elisabeth-Selbert-Schule checkt Hamelns Politik live

„Handy raus, QR-Code scannen, abstimmen."
 
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Was sonst im Unterricht eher unerwünscht ist, war am Dienstag, den 08.09.2026, im Forum an der Mühlenstraße ausdrücklich erlaubt. Bei der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl entschied das Publikum per Smartphone mit. Die Elisabeth-Selbert-Schule öffnete ihre Türen für alle Parteien und Wählergruppen, die in Hameln um die Stimmen bei der Kommunalwahl werben. Der Einladung gefolgt sind Elisabeth Meyer (CDU), Dominik Petters (SPD), Elke Domeyer (Bündnis 90/Die Grünen) und Anke Blume (FDP). Anderthalb Stunden lang stellten sie sich den Fragen der Lernenden.
Diese Fragen stammten aus keinem Katalog, sondern aus dem echten Leben der Schülerinnen und Schüler: Im Vorfeld hatten die Klassen im Unterricht Thesen erarbeitet und offene Fragen eingereicht – vom Zustand der Radwege über schnelles WLAN an der Schule und psychische Belastungen von Jugendlichen bis hin zum Stellenwert der dualen Ausbildung.
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Nach einer launigen Vorstellungsrunde mit Blitzfragen, dem sogenannten „Schulhofcheck", nahm die Diskussion Fahrt auf: Bei „10 Aussagen, 10 Meinungen" hieß es für die Gäste sofort Farbe bekennen – Zeit zum Drum herumreden blieb da keine.Den Kern bildete die Runde „3 Fragen, 2 Joker, 1 überzeugender Auftritt". Drei der eingereichten Fragen hatten es bis hierhergeschafft und wurden vom Moderationsteam ans Podium weitergereicht:
- Wie lässt sich der öffentliche Nahverkehr in Hameln ausbauen und zuverlässiger machen?
- Das Freizeitangebot für Jugendliche in Hameln, wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, und was würden Sie konkret tun?
- Und was muss die Stadt tun, damit junge Menschen hierbleiben, arbeiten und ihre Zukunft aufbauen?
Eine Minute Redezeit pro Antwort – knapp bemessen, aber genug, um Substanz von Floskeln zu unterscheiden. Wer wollte, konnte einen Joker ziehen: entweder die Redezeit verdoppeln oder direkt auf die Vorrednerin oder den Vorredner reagieren. Nach jeder Runde bewertete das Publikum per QR-Code, wer inhaltlich überzeugt hatte – die Ergebnisse erschienen live auf der Leinwand.
Ein Stimmungsbild vom Beginn der Veranstaltung zeigte schon, warum sich der Aufwand gelohnt hat. Auf die Frage, ob sie bereits wüssten, wen sie wählen möchten, antworteten von 192 Teilnehmenden nur 38 Prozent mit einem klaren Ja – 40 Prozent schwankten noch, weitere 23 Prozent hatten sich überhaupt noch nicht festgelegt. Ein Stimmungsbild, das die Dringlichkeit des Vormittags unterstrich: Bei Kommunalwahlen darf in Niedersachsen bereits ab 16 Jahren gewählt werden, für viele im Raum geht es am Sonntag also um den allerersten eigenen Stimmzettel.
So blieb am Ende ein Eindruck, der über den Vormittag hinausreicht: Wenn junge Menschen Politikerinnen und Politikern „eine Minute Zeit geben“ und dafür eine ehrliche Antwort zurückbekommen, wird aus abstrakter Politik plötzlich etwas Persönliches – und genau das ist an der Elisabeth-Selbert-Schule gelungen.

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