veröffentlicht am 21.02.2026 / geändert am 08.06.2026
Neue Handball-Kolumne auf AWesA: „Wechselfehler" von Jörg Vietmeyer UPDATE
„Wechselfehler“ blickt auf die Damen- und Herrenmannschaften bis zur Regionsoberliga im Weserbergland
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Mein Name ist Jörg Vietmeyer.
Die meisten nennen mich einfach 'Viete'.
Seit über 40 Jahren begleitet mich der Handball durchs Leben. Als Spieler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Helfer oder Teammanager. Ich habe Aufstiege gefeiert, Abstiege erlebt, Oberliga-Bänke gedrückt und Kreisliga-Schlachten gewonnen.
Und egal in welcher Liga ging es am Ende immer um das Gleiche:
Um Gemeinschaft.
Um Ehrenamt.
Und um genau diesen ehrlichen Amateurhandball, der Woche für Woche in unseren Hallen gelebt wird.
Nicht mit VIP-Lounge und Fernsehkameras. Sondern mit Hallenkaffee, Auswärtsspielen am Sonntagabend, dem ein oder anderen Kaltgetränk und der ewigen Frage, ob diesmal überhaupt genug Leute zum Warmmachen da sind.
Genau darum soll es hier künftig gehen.
„Wechselfehler“ blickt auf die Damen- und Herrenmannschaften bis zur Regionsoberliga im Weserbergland. Also auf genau die Teams, die oft nicht die größte Aufmerksamkeit bekommen — obwohl dort Woche für Woche unglaublich viel Herzblut drinsteckt.
Natürlich wird es auch mal um Tabellen, Punkte und Auf- oder Abstiege gehen. Gerade nach einer langen Saison gehört ein Blick auf die Ergebnisse einfach dazu. Vor allem aber soll diese Kolumne die Geschichten erzählen, die der Handball im Weserbergland jedes Wochenende schreibt.
Geschichten aus den Hallen zwischen Hameln, Emmerthal, Bad Münder, Aerzen, Bodenwerder oder Bad Pyrmont. Und weil man nach einer langen Saison erstmal durchschnaufen darf, schauen wir zunächst nochmal zurück. Ladies first
In der Regionsoberliga landete der MTV Rohrsen II auf einem stabilen vierten Platz.
In der Regionsliga sorgte die TSG Emmerthal I als Aufsteiger direkt für Furore und beendete die Saison auf Platz zwei. Relegation? Aufstieg? Vielleicht. Vielleicht aber auch erstmal einfach ein richtig starkes Ausrufezeichen.
Die HSG Deister Süntel II spielte ebenfalls eine solide Saison und sicherte sich einen guten vierten Platz.
Für die HSG Lügde-Bad Pyrmont lief es dagegen leider nicht wie erhofft. Der Abstieg tut weh — gehört im Sport aber manchmal genauso dazu wie der Aufstieg.
In der Regionsklasse zeigte der MTV Rohrsen III mal wieder, warum man diesen Namen dort eigentlich jedes Jahr irgendwo oben liest: Meister. Wie gefühlt immer. Trotzdem steigt offenbar Vinnhorst II als Tabellenzweiter auf. Auch das ist Amateurhandball — manchmal versteht die Tabellenkonstellation nur der Staffelleiter.
Die HF Aerzen beendeten die Saison auf Platz drei und kämpften sich in die Relegation. Dort reichte es am Ende zwar nicht für den Aufstieg, trotzdem bleibt eine starke Saison stehen.
Und eines ist sowieso klar: Im Weserbergland wird vielleicht nicht Bundesliga gespielt — aber mit Leidenschaft ganz sicher.
Die Männer
In der Regionsoberliga spielte die HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf wieder eine starke Saison und landete verdient auf Platz drei.
Die TSG Emmerthal II beendete die Saison auf Rang sieben. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen, am Ende blieb der Mannschaft aber immerhin die Abstiegsrelegation erspart.
In der Regionsliga führte an der HSG Lügde-Bad Pyrmont kein Weg vorbei. Verdient Meister und verdient aufgestiegen. Über die gesamte Saison einfach die konstanteste Mannschaft der Liga.
Die HSG Deister Süntel II sicherte sich einen starken dritten Platz und spielte eine ordentliche Saison.
Weniger erfreulich verlief die Saison für die TSG Emmerthal III. Die Mannschaft wurde zurückgezogen und verabschiedet sich erstmal vom Handballsport. Und ja — da spreche ich durchaus auch aus eigener Erfahrung, schließlich stand ich dort selbst an der Seitenlinie. Aber eines ist sicher: Die „Freunde des Longdrinks“ bleiben zusammen. Vielleicht nicht mehr auf der Handballplatte — aber irgendwas wird diese Truppe ganz bestimmt wieder gemeinsam starten. Und ehrlich gesagt: Ich bin selbst gespannt, was da noch kommt.
In der Regionsklasse zeigte der VfL Hameln III eindrucksvoll, warum manche Drittvertretungen eigentlich viel zu gut für ihre Liga sind. Ungeschlagen Meister — und mit der Mannschaft könnte man vermutlich auch in der Landesliga noch ganz ordentlich mitspielen.
Der TV Bodenwerder sicherte sich einen starken zweiten Platz und spielte eine richtig gute Saison.
Und dann wäre da noch meine persönliche Überraschungsmannschaft: Die HF Aerzen. Eine neue, junge Truppe, ergänzt mit ein paar erfahrenen alten Hasen — und am Ende ein mehr als ordentlicher siebter Platz. Genau solche Mannschaften machen den Amateurhandball spannend. Da wächst oft etwas zusammen, das in ein oder zwei Jahren plötzlich ganz oben mitmischt.
Und genau das macht den Breitensport im Weserbergland eben aus:
Hier geht es um Mannschaften, Freundschaften und diese besondere Mischung aus Ehrgeiz, Ehrenamt und Wahnsinn, die jeder kennt, der schon mal sonntags in einer kalten Halle auf den Anpfiff gewartet hat.