Erfolgreicher Wettkampftag für die Red Judo Dragons beim 30. Landesturnier der ID-Judoka in Braunschweig
Vier Kämpfer der Red Judo Dragons des TC Hameln glänzten beim 30. Landesturnier der ID-Judoka in Braunschweig
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Am Samstag, den 7. März 2026, machten sich vier Judoka der Red Judo Dragons des TC Hameln gemeinsam mit ihrem Trainer Daniel Wissel auf den Weg nach Braunschweig. Dort fand das 30. Landesturnier der ID-Judoka statt. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Organisation war die Stimmung in der Halle hervorragend – gleichzeitig war die Anspannung bei vielen Kämpferinnen und Kämpfern deutlich zu spüren. Besonders groß war die Nervosität bei denjenigen, die erst zum ersten oder zweiten Mal an einem Turnier teilnahmen.
Nach vielen spannenden, sehenswerten und teilweise sehr anstrengenden Kämpfen konnten alle Beteiligten am Ende des Tages stolz auf ihre Leistungen sein. Auch wenn nicht jeder Kampf gewonnen wurde, gaben alle Judoka ihr Bestes und zeigten großen Einsatz, Mut und Teamgeist.
Für eine besondere Überraschung sorgte Niclas Öhm. Für ihn war es der allererste Wettkampf überhaupt. Trotz großer Aufregung stellte er sich seinen Kämpfen in der Wettkampfklasse WK3. Mit viel Einsatz und Kampfgeist gewann er seinen Kampf und sicherte sich in seiner Gruppe direkt den 1. Platz. Ein großartiger Einstand – und für Niclas war schnell klar: Er möchte unbedingt wieder auf die Matte und weiterkämpfen.
Auch Jonas Meyer zeigte eine starke Leistung. Für ihn war es erst der zweite Wettkampf. In der Wettkampfklasse WK2 erkämpfte er sich in seiner Gruppe einen hervorragenden 3. Platz. Seine Entwicklung zeigt, dass sich das Training auszahlt, und auch Jonas freut sich bereits auf weitere Turniere.
Die etwas erfahreneren Kämpfer Jasmin Rupprecht und Noah Rupprecht bestätigten ihre starke Form. Beide starteten ebenfalls in der Wettkampfklasse WK2 und konnten in ihren jeweiligen Gruppen souverän den 1. Platz erreichen. Damit setzten sie ihre erfolgreiche Wettkampfserie fort.
Ein besonderer Moment für Jasmin und Noah hatte bereits am Tag vor dem Turnier stattgefunden: Für ihre herausragenden Leistungen im vergangenen Jahr – unter anderem bei der Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaft sowie bei den Special Olympics Landesspielen – wurden sie gemeinsam mit ihrem Trainer Daniel Wissel bei der Sportlerehrung der Stadt Hameln ausgezeichnet.
Der erfolgreiche Wettkampftag in Braunschweig war zugleich eine wichtige Vorbereitung für die nächsten großen Herausforderungen: Jonas Meyer, Jasmin Rupprecht und Noah Rupprecht werden am 9. Mai 2026 in Hannover bei der Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaft an den Start gehen.
Bei den sogenannten ID-Judoka handelt es sich um Judoka mit einer geistigen Behinderung. Gerade in diesem Bereich steht neben dem sportlichen Erfolg vor allem der respektvolle Umgang miteinander, gegenseitige Unterstützung und Freude am Sport im Vordergrund.
Die mitgereisten Eltern waren begeistert von der Organisation des Turniers, der Betreuung der Athletinnen und Athleten und besonders vom starken Zusammenhalt. Dieser zeigte sich nicht nur innerhalb des Teams der Red Judo Dragons, sondern auch zwischen den Kämpferinnen und Kämpfern aus den verschiedenen Vereinen. Viele kennen sich bereits aus dem niedersächsischen Landeskader, dessen Trainer ebenfalls Daniel Wissel ist, sowie aus gemeinsamen Lehrgängen – etwa dem Herbstlehrgang oder weiteren Veranstaltungen für ID-Judoka in Niedersachsen.
Neben Teams aus Niedersachsen waren auch Judoka aus Hamburg und Berlin vertreten. Dadurch hatte das Turnier fast den Charakter einer norddeutschen Meisterschaft und bot den Athletinnen und Athleten ein starkes Teilnehmerfeld.
Eine Mutter schilderte ihre Eindrücke des Tages besonders bewegend. Für ihren Sohn Niclas war es der erste Wettkampf – entsprechend groß war die Aufregung. Da er in der Zeit davor gesundheitlich angeschlagen war und kaum trainieren konnte, wusste niemand so recht, was sie erwarten würde. Die Spannung war groß, die Atmosphäre in der Halle elektrisierend. Gerade bei Wettkämpfen für Menschen mit Behinderung sei die Stimmung oft besonders herzlich und unterstützend. Der Fokus liege weniger auf Druck und mehr auf gegenseitigem Respekt, Freude und echter Begeisterung.
Auch emotionale Momente gehörten dazu: Zwischenzeitlich war Niclas sehr angespannt und sogar zu Tränen gerührt – doch genau das machte den Tag für alle Beteiligten so besonders und authentisch. Umso größer war die Freude, als er seinen Kampf gewann. Da sein Gegner vor der nächsten Begegnung aufgab, stand am Ende sogar der 1. Platz für ihn fest – ein unglaublicher Moment voller Stolz für Niclas, seine Familie und das gesamte Team.
Zum Abschluss richtete sie noch ein großes Dankeschön an das Trainerteam: Mit viel Engagement, Geduld und Herzblut schaffen sie eine Umgebung, in der sich die Sportlerinnen und Sportler wohlfühlen und entwickeln können. Für Niclas steht jedenfalls fest – er hat seinen Sport gefunden.
Die Red Judo Dragons des TC Hameln blicken damit auf einen rundum gelungenen Wettkampftag zurück und freuen sich bereits auf die kommenden Turniere. > Quelle
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