Biathlon im Sommer ohne Schnee und Ski, geht das? Aber klar doch. Der City-Biathlon auf dem Hamelner Pferdemarkt hat es mit einem Mix aus Spaß, spannenden Rennen, guten Lauf- und Schießleistungen und bester Stimmung bewiesen. „Einfach nur geil“, schwärmte einer, der es wissen muss: Olympiasieger Michael Rösch.
Faszination Biathlon: Nun wurde auch in Hameln ein Kreismeister der besonderen Form der beliebtesten Wintersportart der Deutschen gekürt, und der kommt aus Holzminden: Eine Auswahl des MTV Altendorf kam mit Liegend- und Stehendschießen sowie den 200 Meter-Läufen am besten zurecht und gewann das Staffelrennen rund um Marktkirche und Hochzeitshaus vor dem Quartett „Der verflixte letzte Schuss“ (Team von Stefan Schwarz aus Hameln), einer Auswahl der Sportjugend des Kreissportbundes (KSB) und den „Meistern des Herzens“, den elf bis 14jährigen als „The Wheelforce“ startenden Mädchen aus Altendorf.
Schon dieses Ergebnis zeigt: Mit üblichen Meisterschaften hatte dieser Wettbewerb kaum etwas gemein. „Ein wenig Biathlon schnuppern“, so Michael Rösch, „das sollen heute die Teilnehmer, und das ist hier bestens gelungen“. Auch dank von Tourveranstalter und Moderator Martin Bremer, der vom ersten Start weg die Zuschauer auf dem Pferdemarkt im Stil eines Top-Radioreporters unterhielt und jedes Team mit viel Fachwissen, Witz und Engagement begleitete. „Der Mann ist einfach klasse“, freute sich auch Maria Bergmann. Die Vorsitzende des gastgebenden Kreissportbundes lobte nicht nur ihn, sondern auch die 63 Sportler, die sich der Herausforderung des Biathlons stellten. Für viele der 63 Läufer und Läuferinnen war die Teilnahme wichtiger als der Sieg. Denn die meisten ahnten, dass sie als ungeübte Schützen Probleme haben würden, die kleinen, zehn Meter entfernten Scheiben mit den mit Infrarotschießtechnik ausgestatteten Biathlongewehren zu treffen und für jeden Fehlschuss auf Skilanglauf-Cardiogeräten 50 Extrameter „laufen“ mussten.
Das freilich galt auch für das Promi-Quartett. Neben Sparkassenchef Tim Nikelski, Aqua-Sport-Geschäftsführer Tim Corinth und Hamelns Stadtkämmerer Matthias Struckmeyer wagte sich auch Marathoni Axel Marahrens auf den Parcours. „Mehr laufen, weniger Schießen wäre besser gewesen“, meinte er mit einem Lächeln nach seinem Rennen. Immerhin vier der zehn Schüsse brachte er ins Ziel – ein Ergebnis, das nur wenige toppten. So glänzten freilich die Sieger aus Holzminden (Bremer: „Die haben richtig trainiert“) und stellten mit Andrei Fergert und Felix Gömann gleich zwei der besten Schützen. Zehn Treffer erzielten auch Raphael Augustin (SV Emmern), Laura Käse und Lina Timmermann (Running Gags) sowie die elfjährige Lotta Schwarz. Sie verpassten zwar das Top-Four-Finale, jubelten dennoch aber über Platz 5: Die „Running Gags“ aus Hameln. Denn ihr Linus Timmermann schaffte das beste Einzelergebnis und darf nun im Winter zum Bundesfinale und Training mit Michael Rösch nach Oberhof. Weitere Informationen: