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veröffentlicht am 15.09.2023

Diabetologie - zwischen menschlicher Zuwendung und medizinischem Fortschritt

19. Fortbildungstagung für Diabetesteams der Diabetes-Akademie Niedersachsen mit hochkarätigen Referenten
 
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HANNOVER (9. September 2023). Den Organisatoren der Diabetes Akademie Niedersachsen ist es erneut gelungen, international hoch anerkannte Referenten zu gewinnen und mit einem anspruchsvollen Fortbildungsprogramm an die Teilnehmerzahlen der Vorcoronazeiten anknüpfen. Diabetesteams aus ganz Niedersachsen, über 200 DiabetologInnen und DiabetesberaterInnen, trafen sich zur traditionellen gemeinsamen Tagung in der Landeshauptstadt Hannover nahe dem Messegelände.

Die Veranstalter legten den Fokus der Tagung neben klinisch-internistischen Fragestellungen auf neuste medikamentöse und technische Entwicklungen in der Diabetestherapie. Neben einer zunehmenden Anzahl von depressiven Diabetespatienten, stellt der rasante technischen Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung die Betroffenen ebenso wie die Praxisteams vor große Herausforderungen. Gleichzeitig zeichnen sich Meilensteine in der Entwicklung von hocheffektiven Medikamenten zur Behandlung des Typ 2 Diabetes ab.
 
Zu Beginn skizzierte Dr. med. Sandra Schlüter, Nordheim, eine ausgewiesene Expertin in Sachen Diabetestechnologie im einleitenden Updatevortrag die aktuellen Entwicklungen in der Diabetestechnologie. Sie erläuterte den aktuellen Stand der technischen Möglichkeiten vorhandener rtCGM und Insulinpumpensysteme und deren Einsatz als Algorithmen gesteuerte AID (Automatische Insulin Dosierung) -Systeme.

Tipps und Tricks in der praktischen Anwendung der AID Systeme bei Menschen mit Typ 1 Diabetes im Breiten und Spitzensport vermittelte Ulrike Thurm, Sportlehrerin und eine der deutschlandweit renommiertesten Diabetesberaterin im Bereich Sport und Diabetes, u.a. Mitautorin der Diabetes und Sportfibel, in ihrem faktenreichen und sehr praxisbezogenem Workshop.
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Prof. Karin Lange, Foto: VNDN

Diabetes und Psyche


Frau Prof. Karin Lange, Hannover, Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG, sensibilisierte die Teilnehmer auf die oft unterdiagnostizierte begleitende Despression bei Diabetespatienten. Einfühlsam gelang es ihr, die Zuhörer auf einen achtsamen Umgang mit den Patienten und die Probleme, die Betroffene mit der Umsetzung der oft komplexen Therapie erleben, aufmerksam zu machen, ohne dabei das Ziel einer guten Stoffwechseleinstellung aus den Augen zu verlieren.


Das Krankheiten, besonders auch kardiovaskuläre, bei Frauen und Männern unterschiedlich verlaufen und daher das Geschlecht mehr in den Fokus diagnostischer und therapeutischer Bemühungen gehören sollte, dafür warb Frau Prof. Claudia Eberle, Hochschule Fulda, mit ihrer Expertise u.a. in der Gendermedizin in der Diabetologie und Kardiologie.

 
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PD Dr. Timo Müller, Foto: VNDN
Ein Highlight erwartete die Teilnehmer zum Abschluss des ersten Tages vor dem gemeinsamen Abendessen. Priv. Doz. Dr. rer. nat. Timo Müller mit Forschungsschwerpunkt Inkretine, Träger des renommierten Werner-Creutzfeld Preises, der jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Pathophysiologie und Therapie des Diabetes mellitus vergeben wird, wird auf dem kommenden Europäischen Diabeteskongress (EASD) mit dem wichtigsten europäischen Preis im Bereich der Diabetesforschung, dem Minkowski-Preis, für sein Lebenswerk geehrt werden. Aus erster Hand erfuhren die Teilnehmer Neues zur spannenden Entwicklung und zum aktuellen Forschungsstand der sog. Inkretin-Hormone GLP-1 und GIP und deren Kombination mit Glukagon. Die Substanzen bewirken neben einer Blutzuckersenkung gleichzeitig eine ausgeprägte  Gewichtsreduktion, die durch bisherige medikamentöse Therapien nicht annähernd erreicht werden kann und einen Durchbruch in der Behandlung des Diabetes erwarten lässt.


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Prof. Dr. med. Othmar Moser
Prof. Dr. med. Othmar Moser, Bayreuth, Leiter der Division Exercise Physiologie and Metabolism mit Forschungsschwerpunkt Sport und Bewegung bei Therapie bei Typ 1 Diabetes Mellitus, ging zum Ende der Tagung der spannenden Frage nach, ob es unmöglich sei, mit einem AID System „100 % Zeit im Zielbereich“ zu erreichen. Ihm gelang es anschaulich, wissenschaftliche Studienergebnisse und die praktische Umsetzung zum Erreichen optimaler Stoffwechselwerte auch bei extremen körperlichen Leistungen bei Sportlern mit Typ 1 zu vereinen. Sein Fazit: das Ziel, 100 % Blutzuckerwerte im Zielbereich, ist nicht mehr unmöglich.


Zertifizierte Fortbildung für ÄrztInnen und DiabetesberaterInnen

Die Tagung war erneut auch als ärztliche Fortbildung zertifiziert. Weitere Referate beschäftigten sich mit folgenden Themen: Schlafbezogene Atemstörungen (Dr. Martin Bergmann, Bad Münder), Hormonwissen für Diabetologen – Was Sie morgen gebrauchen können (Gabriele Wenzel, Oldenburg), Arzneimittellieferketten – wo gibt es Probleme? (Martin Hoffmann, Grasleben), Die Welt dreht durch – wir greifen ein! – Ideen zu Wegen aus der Psychotherapeutischen Versorgungsmisere auch in DSP (Ralph, Geldmacher, Hannover), Diabetes & NASH (Dr. med. Florian Thienel, Quakenbrück).

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