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veröffentlicht am 27.02.2023 / geändert am 01.03.2023

Der letzte Wagen ist immer ein Kombi UPDATE

Redewendungen und Sprichwörter zu Tod und Sterben - das kann ja heiter werden! Wurde es tatsächlich, ganz entgegen dem Sinn des Sprichwortes.


 

Dr. Rolf-Bernhard Essig ist einer Einladung des Hamelner Hospiz-Vereins gefolgt und hat für einen launigen Nachmittag zu dem Themenbereich bei den anwesenden Mitgliedern gesorgt. 

Beeindruckend der Einstieg ins Programm mit Flötenspiel und Gesang des Referenten: „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod …“. Der Schnitter Tod, ein Volkslied aus dem 17. Jahrhundert. Der Schnitter oder auch Sensenmann steht für den Tod und die Vergänglichkeit des Menschen.


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Bildquelle: Privat


Unzählige Literatur, Redewendungen und Sprichwörter handeln von Tod und Sterben. Der Fundus ist schier unbegrenzt. Und Essig wäre nicht Essig, würde er nicht aus dem Vollen schöpfen. Dabei hat er die Gabe, sein Wissen humorig an andere weiterzugeben.

Da ist die Kerze, die Essig ausbläst und damit das Licht auspusten, also den letzten Atemzug eines Menschen symbolisiert. Oder wer weiß schon, woher der Begriff „abgekratzt“ kommt? Essig macht es vor. Der übliche Diener vor der hohen Herrschaft beinhaltete, den zurückgestellten rechten Fuß beim Erheben in einem Bogen nach vorn zu ziehen, damit über den Boden zu kratzen. War jemand gestorben, konnte er den Fuß nicht mehr über den Boden kratzen, war also abgekratzt. Doch nicht immer ist der Sinn so leicht erkennbar. So stellt Essig klar: eine Mordsgaudi hat nichts mit einem Killerkongress gemein. Launig erzählt Essig von einer Belehrung, die er erhalten habe. Der letzte Wagen sei nicht immer ein Kombi, habe ihm eine gute Freundin erklärt und ihm gleich diverse andere Beförderungsarten nachgewiesen. Beispielhaft nennt er E-Bikes, Beiwagen vom Motorrad, Bulli und Kutsche.


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Neben der Bibel zitiert Essig große Meister wie Goethe und auch Wilhelm Busch ist mit dem Gedicht „Der geleimte Vogel“ dabei. Der kleine Vogel ist ein bestes Beispiel dafür, die letzten Minuten positiv zu bleiben. Eindrucksvoll das zum Abschluss vorgetragene Gedicht ‚Der Marmorknabe‘ von Conrad Ferdinand Meyer über Gott, Amor bis zum erkannten Tod.


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Dr. Rolf-Bernhard Essig ist Literaturwissenschaftler und lebt in Bamberg. Er ist vielfältig unterwegs, u.a. als Autor, Kritiker, Moderator. Im Hamelner Museum war er im vergangenen Jahr Kurator der Ausstellung „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“. In diesem Rahmen entstand auch der Kontakt zum Hamelner Hospiz-Verein. Während einer Führung durch die Ausstellung erzählte Essig, es gäbe so viele Redensarten zu Tod und Sterben. Gern würde er dazu mal einen Vortrag machen, jedoch sei niemand daran interessiert. Damit war er auf dem Holzweg, schließlich war einer der Gäste im Vorstand des Hospiz-Vereins. Ein kurzweiliger Kontakt entstand mit konkretem Ergebnis. Mit den Hamelner Hospizlern feierte Essig die gelungene Premiere zu einem Thema, dass zum Leben dazugehört. 


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