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veröffentlicht am 28.05.2016 / geändert am 28.05.2016

Warum schleicht der Rattenfänger von Hameln im Pfälzer Kindenheim herum? UPDATE

„Holsteins“ Hoffest 2016 mit sagenhaftem Gast
 

Es klingt gefährlich: ein international bekannter Kindesentführer kommt ausgerechnet nach Kindenheim. Glücklicherweise nimmt er diesmal nicht die „Kleinen“ mit, und um die Ratten wären gar die Katzen traurig, sondern er steht eher auf Pfälzer Wein, und das seit Jahren:

Es ist viele Jahre her, dass Michael Boyer, der offizielle Rattenfänger-Darsteller von Hameln, Anfang der 80er in Mannheim lebte. Auf dem Mannheimer Maimarkt lernte er damals Thilo Holstein und dessen Weine kennen. Als er später ins niedersächsische Hameln zog, brauchte er auf den Pfälzer Tropfen nicht zu verzichten – Thilo Holstein hat im benachbarten westfälischen Herford ein Außenlager. Dort schmieden die beiden während des 2013 in Herford stattfindenden „Hansetag“ den Plan, den Rattenfänger von Hameln mal auf das alle zwei Jahre gefeierte Hoffest auf „Weingut Holstein“ einzuladen.

Der aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania stammende Michael Boyer spielt seit über 20 Jahren den allseits bekannten Pfeifer. In der Rolle repräsentiert er die Stadt Hameln, aber auch gelegentlich das Land Niedersachsen oder gar ganz Deutschland bei internationalen Auftritten, die ihn schon nach China, in die USA oder nach Japan geführt haben. Und nun Kindenheim?!

Während Kindenheim an der Deutschen Weinstraße liegt, liegt die Rattenfängerstadt Hameln an der Deutschen Märchenstraße. Beide Ferienrouten führen durch wundervolle Landschaften mit kulturellen Reichtümern. Die einen feiern den Wein und halten die Kultur des edlen Tropfens in Ehren, die anderen pflegen eine lebendige Kultur um die Märchen- und Sagenwelt – nachhaltig befördert durch die Sammel-Leidenschaft der „Brüder Grimm“. Die Stadt Hameln ist in 2016 Sagenhauptstadt der Deutschen Märchenstraße. Am 25. und 26. Juni wird dann gefeiert „Sagenhaft. 200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm“. … und so kommt zusammen, was zusammen gehört, ob an Weinstraße oder Märchenstraße,– ein schönes Fest mit edlen Weinen, Musik und sagenhaften Geschichten. Gut gelaunt wird der bunte Pfeifer die Gäste des Hoffests, zwei Wochen vorher,  am 11. Juni, Jung und Alt, verzaubern und in die Welt der Märchen und Sagen entführen. „Denn wer eine Reise tut, der hat viel zu erzählen und am liebsten mit einem guten Tropfen“, freut sich Michael Boyer schon im Vorfeld auf das Hoffest bei Freund Thilo Holstein.

Eines wird er ganz bestimmt erzählen: Die gelebte Tradition um die Sage des Rattenfängers von Hameln, wurde Ende 2014 nach einem schrittweisen Bewerbungsverfahren und Eingabe durch das Land Niedersachsen im weiteren für das immaterielle, nationale Kulturerbe-Verzeichnis nominiert und für die Liste ausgewählt. Nun hoffen die Hamelner darauf von der UNESCO anerkannt und auf die Liste des Weltkulturerbes geführt zu werden, so wie schon die „Grimms“, die die Sage um den verwehrten Lohn und dem ungeklärten Verbleib der Hamelner Kinder mit der Auflage ihrer ersten Sagensammlung vor 200 Jahren weltbekannt machten. Eine besondere Anerkennung für die Aufnahme in die nationale Liste bekam die Rattenfänger-Spielgruppe, die in der Sommer-Saison jeden Sonntag um 12:00 Uhr den Besuchern aus aller Herrenländer die Geschichte eindrucksvoll darbieten und das mittlerweile seit 60 Jahren.

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