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veröffentlicht am 29.11.2021 / geändert am 29.11.2021

16 Vorstellungen in 4 Tagen - Tivis unterwegs UPDATE

Statt Theaterluft schnuppern wir mal ein bisschen Reiseluft
 
Unter einer Pandemie leiden alle – egal, ob Frau oder Mann, Mädchen oder Junge. Jede und jeder steht unter Storm, spürt den Stress, der in der gesamten Welt herrscht. Gerade in diesen Tagen, wenn die Zahlen der COVID-Infizierten täglich steigen, in den Medien Worte wie „schärfere Regeln“, „Lockdown“ oder „Krisenstab“ zu hören und zu lesen sind – dann ist die Anspannung für alle fast greifbar.

Und mitten in dieser schwierigen Zeit führen wir auf. 16 Vorstellungen! Auf den ersten Blick könnte es unüberlegt wirken. Doch es ist alles andere.
Vier Grundschulen der Stadt Hameln wurden von uns vor Wochen angefragt, ob sie uns erlauben würden, mit jeweils einer kleinen Kinder- und Jugendgruppe ein eigens dafür geschriebenes Stück bei ihnen in der Schule aufzuführen. Alle vier Schulen haben eingewilligt. „Hans im Glück“ zeigt in knapp 40 Minuten, wie wenig es doch braucht, um glücklich zu sein.
Doch Sicherheit und Gesundheit stehen momentan über allem – daher gelten für dieses Projekt strenge Regeln, unter anderem „2G+“. Hinter den Kulissen werden die ganze Zeit medizinische Masken getragen, nur wer auf die Bühne geht, darf seine Maske an extra eingerichteten „Maskenparkplätzen“ ablegen. Kontakt zum Publikum ist verboten. Zwischen den Vorstellungen wird intensiv gelüftet. Zwischen Bühne und Zuschauern liegen mehrere Meter Abstand.

Und dennoch – die Kinderaugen strahlen! Sowohl das Publikum als auch die Schauspielschar dürfen für einige Augenblicke die großen Sorgen dieser Welt vergessen, dürfen in ein kleines Märchen versinken und einfach „Kind sein“. Was für ein Genuss! Es ist wie ein tiefer Atemzug nach einem ewig langem Luftanhalten. Ein Seelenstreichelmoment, der Groß wie Klein gut tut. Der ein kleines bisschen Hoffnung schenkt, in einer Zeit, die manchmal so hoffnungslos wirkt.
Diese wenigen Stunden saugen wir auf – die Momente auf und neben der Bühne sind unsere „Droge“, der wir komplett verfallen sind.

Wir sind unendlich dankbar, dass es Schulleiterinnen und Schulleiter gibt, die mutig genug sind, dieses Projekt in ihrer Schule stattfinden zu lassen.
Dass es Lehrkräfte gibt, die mit ihren Klassen zusehen mögen und den Unterricht für einen Augenblick zur Nebensache werden lassen.
Dass es Hausmeisterinnen und Hausmeister gibt, die für uns Stühle rücken, Leitern herbeizaubern und alle Fragen geduldig beantworten.
Dass es Reinigungskräfte gibt, die auf uns Rücksicht nehmen und später wiederkommen.
Dass es Schulen gibt, die ihre Schülerinnen und Schüler freistellen, damit diese ihrer Leidenschaft frönen dürfen.
Dass es Eltern gibt, die ihren Kindern diese Erfahrung trotz aller Sorgen und dem häuslichen Stress ermöglichen.
Dass es ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gibt, die Urlaub nehmen, sich Stunden um die Ohren schlagen und helfen, wo sie nur können.
Und natürlich: dass es Kinder gibt, die sich noch verzaubern lassen – und die zur Ziege, zum Schwein oder zum Bauernkind werden, um andere zu begeistern.

Was für ein Glück!

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